Mittwoch, 19. August 2020

Radfahren auf dem Hockenheimring - Happy Birthday 2 me

Hallo Sportfreunde,

eigentlich wollte ich auch im Jahr 2020 wieder das deutsche Sportabzeichen machen. Eine Disziplin davon sollte wie in 2019 das Radfahren auf dem Hockenheimring sein. Leider hat mir aber auch hier, wie bei so vielem, dieses mysteriöse kleine Etwas einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn diese Ausdauerdisziplin fand leider nicht auf der von mir bevorzugten Strecke statt. Radfahren für das Abzeichen wäre zwar durchaus möglich gewesen, aber das nur irgendwo in einem Industriegebiet oder auf einem Radweg (beides nicht abgesperrt), wo man meiner Meinung nach nicht wirklich flüssig fahren kann. Für mich kam nur das Radfahren auf dem schnellen Rennkurs in Hockenheim in Frage, also Vollgas und frei von irgendwelchen Einschränkungen 😉😉. Somit also kein Fitnessnachweis in 2020, denn mit nur 3 Disziplinen ohne den Ausdauerpart by Bike gibt es keine Urkunde.

Es gab aber dennoch eine Möglichkeit, bei der ich auch dieses Jahr wieder mit dem Rad auf dem Hockenheimring fahren konnte. Allerdings nicht im Rahmen eines beurkundeten Fitnesstests und mit etwas Improvisation, aber dafür zeitlich sehr viel länger. Die Betreiber der Hockenheimer Rennstrecke haben im Jahr 2020 die Veranstaltungsreihe "Fit On Track" ins Leben gerufen, bei der man an mehreren Samstagabenden ab 18.30 Uhr gegen eine kleine Teilnahmegebühr für 3 Stunden den Formel 1 Kurs als Trainingsgelände nutzen konnte. Ich musste mir dabei den schnellen Rundkurs zwar mit so manchem etwas weniger sportlichen Radfahrer auf einem E-, Trekking- oder Citybike, mit Läufern, mit Inlineskatern etc. pp. teilen und konnte deshalb nicht immer auf der Ideallinie fahren, da ich ausweichen musste, aber das nahm ich gerne in Kauf. 

Wann immer man die Gelegenheit hat und es auch zeitlich passt, auf solch einer schnellen Strecke mit dem Rennrad fahren zu dürfen, ohne irgendwelche autofahrenden Egoisten, die Radfahrer als Freiwild betrachten und gefährden, sollte man sie wahrnehmen. Es ist auch völlig egal, ob man quasi ständig im Kreis fährt. Langeweile kommt dabei zu keinem Zeitpunkt auf. Im Gegenteil, es ist elektrisierend und setzt massenweise Glückshormone frei.

Die vermutlich letzte dieser Veranstaltungen in 2020 war am 15. August (eventuell findet aber doch noch mal ein Event dieser Art statt). Zufälligerweise war an diesem Tag auch mein 56. Geburtstag 🎂. Ich frage euch: Kann es für einen Velojunkie wie mich etwas Schöneres geben, als diesen Ehrentag radsportlich spektakulär auf den Spuren der Formel 1 zu beenden und so privilegiert zu sein, bei diesem Radsporthighlight dann auch noch von lieben Menschen, die ebenso radverrückt sind, begleitet zu werden? Nein, für mich nicht!

Mein (Geburts)Tag begann natürlich sportlich. Vor dem Frühstück habe ich mit einem 5 Kilometer Lauf erst mal die Beine für abends gelockert. An diesem Morgen lag auch bereits ein minimaler Hauch von Herbst in der Luft. Wie all die Jahre ist für mich der 15.8. auch diesbezüglich immer ein markantes Datum. Wir sind zwar erst im 2. Teil des Sommers, aber gefühlt und für mich auch minimal wahrnehmbar, beginnt jetzt der Weg in Richtung Herbst. Ich freue mich schon sehr darauf, denn die 3. Jahreszeit ist die schönste Zeit des Jahres, um radsportlich aktiv zu sein, wie ich finde.

 

Die weitere Zeit des Tages verlief eher unspektakulär, dennoch war es kein Allerwelts-samstag. Ich hing nämlich quasi in Dauerschleife am Telefon oder habe Dankesnachrichten verschickt. An dieser Stelle noch mal 1000 Dank Sportsfreunde, dass ihr an mich gedacht habt. Ich war völlig geflasht und habe mich riesig über eure Glückwünsche gefreut!!! 

Ab 16 Uhr habe ich meine 7 Sachen gepackt inkl. einiger Flaschen eines alkoholfreien, hefehaltigen Kaltgetränks für die kleine Stehparty danach. Gegen 17 Uhr rollte dann mein Berlingo gen Hockenheim. Kaum am Parkplatz an der Rennstrecke angekommen, kamen auch schon meine beiden Begleiter Legendirk und Christian dazu. Da wir noch genug Zeit hatten und noch nicht wirklich viele Rennstreckenhungrige da waren, haben wir natürlich einen sehr guten Parkplatz direkt am Eingang bekommen.

Die letzten Vorbereitung für den Tanz auf dem Vulkan waren abgeschlossen und um kurz vor 18.30 Uhr standen wir an der Startlinie. Natürlich in der Poleposition, genau wie auf dem Parkplatz. Wie bei meiner Höhenmeter Challenge Kraichgau 5ve1000 Mitte Juli 2020 war auch der Rennkurs am 15. August leicht rosa angehaucht. Dirk hat durch das Tragen eines etwas älteren Radtrikots der Pacemakers ein kleines Zeichen gegen Atomwaffen gesetzt. Diesmal war ich aber nicht auf meinem Crosser, sondern auf einem etwas schnelleren Arbeitsgerät unterwegs. Mein TREK Madone 9.2, mit dem ich in den letzten Monaten nicht ganz so oft gefahren war, kam mal wieder zum Einsatz. Wenn man schon auf einer Rennstrecke unterwegs ist, sollte man natürlich auch entsprechendes Material unterm Hintern haben. Zumindest optisch, denn meine alten Knochen sind zwar noch recht fit, aber nicht mehr wirklich auf Formel 1 Niveau. 😂😂

 

Die Anfangsrunden nutzten wir erst mal, um uns einzurollen und um in vollen Zügen zu genießen, dass wir die Möglichkeit hatten, auf der legendären Rennstrecke mit dem Rad unterwegs sein zu dürfen.

Grundsätzlich kann man bei diesem Sportevent auf dem Hockenheimring dennoch schnell pedalieren, auch wenn man sich die Strecke mit anderen Sportlern wie Inlineskater, Läufer, Walker etc. teilen muss und deshalb nicht immer auf der Ideallinie fahren kann, aber wir waren hauptsächlich da, um den Aufenthalt sportlich zu genießen. Natürlich haben wir es auch mal krachen lassen, doch wir wollten uns unterm Strich nicht ins Koma fahren 😉.  

 

Nach einiger Zeit waren wir sogar zu viert. Ein weiterer Dirk kam hinzu. Jeder von uns hatte mittlerweile so viele Glückshormone im Blut, dass es verdammt schwer war, die Mundwinkel zu entspannen. Diese waren quasi ständig nach oben gezogen und in dieser Position wie festgenagelt. 

 

Nach etwa 10 Runden machten Dirk und ich in der Boxengasse ein kurzes Päuschen, um eine Kleinigkeit zu essen und um etwas die Beine zu lockern. Auch wenn wir bis dato "nur" einen knapp 31 - er Schnitt hatten, alte Männer wie wir stecken auch das ohne kurze Verschnaufpause nicht mehr ganz so leicht weg. Der Jungspund Christian drehte weiterhin fleißig Runde um Runde. Der andere Dirk hatte sich aus familiären Gründen bereits wieder verabschiedet.

Ab ca. 20.15 Uhr wurde die Rennstrecke zusehends leerer und wir hatten immer mehr Platz. Aufgrund des immer noch hohen Adrenalinspiegels, wollten wir es jetzt dann doch noch wissen. Die Beine mussten immer mal wieder leiden auf der ein oder anderen spürbar schnelleren Runde. In den Erholungsphasen kamen auch noch mal die Handykameras für spektakuläre Fotos zum Einsatz.

Die letzte Stunde verging sehr schnell, quasi wie ein Wimpernschlag. Der Wechsel vom Tag in die Nacht stand bevor. Die Anzeigentafeln wiesen uns mit den Worten "End of Session" darauf hin, dass es langsam Zeit wird, Abschied zu nehmen. 

Und um 21.15 Uhr war es dann soweit, wir mussten wieder runter von der Rennstrecke. Sehr schade, dass solche Erlebnisse immer viel zu schnell vorbei sind.

In den 2,5 Stunden, in denen wir aktiv waren, haben wir 17 Runden mit insgesamt 77 Kilometern zurückgelegt. Eine Runde hat knapp 4,5 Kilometer. Man hätte in dieser Zeit natürlich noch viel mehr Strecke zurücklegen können, aber dann hätten wir um einiges und dauerhaft schneller fahren müssen als mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von "nur" 30,2 km/h. Wie ich oben bereits erwähnt hatte, war das aber nicht unser Fokus.

Am Auto angekommen, gabs jetzt erst mal das wohlverdiente alkoholfreie Weizenbier für jeden. Die Fotos wurden ausgetauscht und wir ließen das Ganze nochmal Revue passieren. Für mich war dieser radsportliche Abend ein mehr als gelungener Abschluss meines Geburtstags. Danke Jungs, dass ihr mir die Ehre erwiesen und mich dabei begleitet habt.

Wer mehr Infos zu der Veranstaltungsreihe "Fit on Track" möchte, klickt einfach auf nachfolgenden Link.

Infos zu Fit on Track auf dem Hockenheimring

Kette rechts

Reiner


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