Mittwoch, 29. Dezember 2021

3°TRIPUGNA 555 - Der Jahresendspurt 2021 auf dem Rad

Hallo Sportsfreunde,

viele von euch kennen mittlerweile die von einem britischen Marketingfachmann und seiner Premiumradbekleidungsmarke vor etlichen Jahren ins Leben gerufene radsportliche Jahresendchallenge. Ich nenne jetzt ganz bewusst keinen Namen. Wer an dieser Herausforderung teilnimmt, ist verteilt auf die letzten 8 Tage des Jahres, 500 Kilometer bei Wind und Wetter auf dem Rad unterwegs, um den an den Feiertagen zu sich genommenen Kalorien nicht die Möglichkeit zu bieten, sich in Leibesfülle zu transformieren. So die offizielle Botschaft der Erfinder dieser Challenge. Als ich das damals gehört habe, musste ich erst mal schmunzeln. Wer auch nur einigermaßen Ahnung von Sport und Ernährung hat, weiß, dass man nicht an einigen wenigen Tagen vom 24.12. bis 31.12. an Gewicht zulegt, sondern an den anderen 357 Tagen vom 31.12. bis zum 24.12. des darauffolgenden Jahres, wenn man in Sachen Ernährung und Sport undiszipliniert lebt. Der eigentliche Zweck, diese Aktion ins Leben zu rufen, war in meinen Augen ein ganz anderer und ist es noch immer. Es war/ist eine weitere, sehr clevere Marketingstrategie, um ein Premium - Radbekleidungslabel noch besser und effektiver zu vermarkten, was damit sehr gelungen ist. Nicht falsch verstehen, ich verurteile das nicht. Im Gegenteil, ich finde das sogar sehr kreativ. Die Protagonisten haben meinen vollen Respekt. In der Radsportwelt hat diese Aktion gezündet und der Name ihres Labels ist mittlerweile in aller Munde. Der Plan ist aufgegangen. Viele Radsportler tragen mittlerweile diese hochpreisigen sowie qualitativ sehr hochwertigen Teile, unter anderem auch um dazuzugehören 😉. Es ist ein regelrechter Kult entstanden, man identifiziert sich mit diesem Label und macht durch die Teilnahme an dieser Herausforderung am Jahresende natürlich auch indirekt Werbung dafür. Kann man es besser machen, dass die eigene Kundschaft und sogar auch Nichtkunden noch kostenlos Werbung dafür machen? Ich denke nicht. Also alles richtig gemacht. Chapeau!

Ich persönlich war noch nie ein Fan von irgendwelchen Kults, egal in welchen Bereichen des Lebens. Marketing oder Werbung können mich also nur bedingt beeinflssen. Aber diese Jahresendchallenge ansich, bei entsprechender Witterung draußen radsportlich aktiv zu sein, hat mich schon seit einiger Zeit immer wieder inspiriert, so etwas Ähnliches auch mal zu machen und zwar auf meine Art.

Ohne es an die große Glocke zu hängen, habe ich für mich die Challenge 3°TRIPUGNA(c) 555 erschaffen. Also in der letzten Woche des Jahres 2021 sollten in Kombination indoor und outdoor im Gesamten 555 Kilometer absolviert werden. Inklusive indoor aus dem Grund, da ich in dieser Woche ja auch noch Indoorcyclingkurse habe und diese Kilometer mitzählen sollten. Mein Sponsor sollte der Vollständigkeit halber natürlich auch mit an Bord sein, aber nicht, um dafür zu werben, sondern um dem Baby einen Namen zu geben. Einige wenige in meinem radsportlichen Netzwerk habe ich darüber informiert und konnte sie sogar begeistern, diese Herausforderung auch anzunehmen. Die Wetterprognosen für die letzten 8 Tage im Jahr 2021 waren allerdings alles andere als rosig. Die Temperaturen sollten mit 7 - 15 Grad zwar nicht unbedingt sehr winterlich sein, aber es sollte reichlich Wasser von oben kommen. Ähm, wie sagt man so schön: Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur eine falsche Einstellung. Also auf in den Kampf.

3°TRIPUGNA(c) 555 Tag 1 (24.12.2021): 

Zum Auftakt meiner Challenge wollte ich, wenn die äußeren Bedingungen passen sollten, gleich mal eine 3-stellige Zahl an Kilometern eintüten. Sowohl Outdoor als auch indoor an einem Tag. Ich hatte bereits Anfang Dezember zugesagt, dass ich am 24.12. um 11 Uhr bei Pfitzenmeier in Schwetzingen ein Indoorcycling Special teachen würde. 90 Minuten meines Kursformats Radsporttraining, welches bei mir immer montags auf dem Programm steht. Also war der Plan, mit dem Rad nach Schwetzingen zu fahren, den Kurs zu geben und mit dem Rad wieder zurück nach Hoffenheim zu rollen.

Das Wetter an Heiligabend war vormittags akzeptabel, allerdings sollte es ab dem frühen Nachmittag leider regnen. Um 8 Uhr machte ich mit meinem bepackten TREK 920 auf den Weg nach Schwetzingen.

 





Kurz vor 10 Uhr bin ich dann in Schwetzingen angekommen und Teil 1 des Tagesziels war geschafft. 39 Kilometer mit einem inkl. Gepäck ca. 18 Kilo schweren Rad. Das ist ansich nichts Besonderes, aber für mich, der nicht so oft mit solch einem Schwergewicht ohne E unterwegs ist, ist das immer wieder recht gewöhnungsbedürftig. Zumindest auf den ersten Kilometern.

Da ich bis Kursbeginn noch ca. 1 Stunde Zeit hatte, gönnte mich natürlich noch ein kleines 2. Frühstück. Einen leckeren Pfitzenmeier Kaffee und ein süßes Stückchen. Nach einem kurzen Musikcheck auf meinem MP3 - Player machte ich mich startklar. Die ersten Teilnehmer trafen mittlerweile auch ein. Pünktlich um 11 Uhr fiel dann der Startschuss für das 90 - minütige Radsporttraining im Indoorcycling - Kursraum. Natürlich waren alle zur Verfügung stehenden Bikes besetzt. Ich hatte nichts anderes erwartet ;-).

Um 12.30 Uhr war auch der 2. Teil meines Tagesziels in trockenen Tüchern. Etwas mehr als 40 Kilometer indoor in fast 90 Minuten. Kurze Info für diejenigen, die keine Indoorcyclingkurse besuchen: Die letzten Minuten einer jeden Indoorcyclingeinheit werden bei einem entspannten Stretching immer für das Lockern der Muskulatur genutzt. Deshalb war die IC - Einheit nur 1 h und 23 Minuten lang.

Nachdem ich mich für die Heimfahrt wieder umgezogen hatte, setzte ich mich noch mal für einige Zeit in die Lounge, um etwas zu regenerieren. Bei guten Gesprächen mit Kursleiterkollegen wartete ich, bis meine Begleiter, die mich für die Heimfahrt abholen wollten, am Studio ankamen. Um ca. 13.30 Uhr kamen Aga - Gina und Christian am Haupteingang an und wir machten uns auf den Weg zu unserem Radsportfreund Andreas, bei dem wir uns einige Tage zuvor zu einem Weihnachtstee/kaffee angemeldet hatten.


Bei Andreas erwartete uns bereits ein gedeckter Tisch und diverse süße Köstlichkeiten. Also erneut einige Bekleidungsteile ausziehen und für etwas mehr als eine halbe Stunde ein wenig Weihnachtsatmosphäre genießen. Danke lieber Andreas für die Bewirtung.

Als wir uns dann auf den Weg in Richtung Hoffenheim machten, fing es leicht zu regnen an. Der Wetterbericht hatte das im Vorfeld ja schon angekündigt. Kaum hatten wir Oftersheim hinter uns gelassen, erhöhte sich die von oben kommende Wassermenge deutlich. Das sollte bis Hoffenheim auch so bleiben. Toll war das nicht unbedingt, aber wir konnten es uns nun mal nicht aussuchen. Also legten wir den Motivationsschalter um und machten einfach weiter, als wäre es normal, im strömenden Regen auf dem Rad unterwegs zu sein.

 

In Hoffenheim angekommen, war dann auch der letzte Abschnitt des Tagesziels erledigt. Mit 37,5 Kilometern etwas kürzer als die Hinfahrt nach Schwetzingen am Morgen. Das lag aber daran, dass sich die Strecke durch den Besuch bei Andreas minimal verändert hatte.


Tag 1 von 3°TRIPUGNA 555 war somit in den Büchern. Mit insgesamt 117,1 Kilometern am 1. Tag habe gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt, um meinem inneren Schweinehund zu zeigen, dass es schwer für ihn werden wird, mich zu demoralisieren.

 3°TRIPUGNA(c) 555 Tag 2 (25.12.2021):

Am 2. Tag meiner Challenge war mein guter Freund Dirk zu Besuch und wir drehten zusammen mit Aga - Gina nur eine kurze Kaffeerunde, da am 3. Tag wieder eine längere Einheit auf dem Plan stand. Da wir wußten, dass es regnen wird, sattelten Dirk und ich die Mountainbikes. Über diese ziemlich verregnete kurze 58 Kilometer Runde gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Die Bäckereien waren geschlossen, Kaffee gabs nur an Tankstellen und am Ende waren wir naß bis auf die Haut. 

Tag 2 von 3°TRIPUGNA 555 war auch erledigt. Mit 58 Kilometern in knapp 2 Stunden und 45 Minuten eine wie oben erwähnt eher kurze Runde, aber in Anbetracht der Witterung und der noch folgenden Einheiten eine gute Entscheidung.

Fortsetzung folgt......................................

Kette rechts

Reiner

 


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