Mittwoch, 14. August 2019

Kraichgau Gravel Ride mit Doc Tom

Hallo Sportsfreunde,

einen Termin für eine gemeinsame Ausfahrt mit einem sehr guten, auch radsportinfizierten Bekannten zu finden, ist manchmal durchaus nicht einfach. Ihr kennt das sicherlich. In den letzten Monaten hatten wir verstärkt nach einem Termin gesucht, aber es war einfach nicht möglich. Entweder hat es bei mir oder bei Thomas nicht geklappt. Zugegebenermaßen ist es bei uns beiden in der Tat noch etwas schwieriger. Thomas kommt aus Bensheim und hat als praktizierender Hals-Nasen-Ohrenarzt einen durchaus anspruchsvollen sowie arbeitsintensiven Job. Sein Leben als Familienmensch nimmt zusätzlich auch noch einiges an Zeit in Anspruch. Bei mir im Kraichgau sind die Lebensumstände etwas anders, was aber nicht bedeutet, dass ich deshalb mehr Zeit habe. Mit 3°TRIPUGNA(c) habe ich quasi rund um die Uhr zu tun. Ich habe keine Freizeit im eigentlichen Sinn. Bei mir sind die Übergänge zwischen Job und Freizeit sehr fließend. Entweder bin ich im Büro, im Fitnessstudio oder ich sitze auf dem Rad. Bei allem was ich tue, ja auch auf dem Rad, ist immer irgendwie die 3°(c) mit im Spiel. Selbst Stadionbesuche bei der TSG 1899 Hoffenheim, egal ob bei den Damen oder den Herren, nutze ich, um Kontakte zu pflegen oder zu knüpfen.

Woher kenne ich Thomas? Lasst mich mal in einigen Sätzen die Zeit etwas zurückdrehen. Viele von euch wissen ja, dass ich Kursleiter für Indoorcycling in verschiedenen Pfitzenmeier Studios bin. Während meiner Kursleitertätigkeit im Studio Bensheim vor einigen Jahren hat Thomas regelmäßig als Teilnehmer meine Kurse besucht. Er fand meine Art Indoorcyclingkurse zu geben sehr ansprechend, da ich sehr authentisch und radsportspezifisch fahre sowie in diese Richtung auch coache. Im März 2017 habe ich diese Kurse in Bensheim aber wieder abgegeben. Es war einfach viel zu zeitintensiv und zu unwirtschaftlich für 2- 3 Kurse 70 Kilometer hin und 70 Kilometer wieder nach Hause zu fahren. Die Verbindung zu Thomas blieb erfreulicherweise weiterhin bestehen, aber leider überwiegend nur noch per WhatsApp. Seither haben wir es aber zumindest mal geschafft, im Rahmen eines Trainingslagers auf Mallorca, mehrere gemeinsame Radtouren zu machen :-). Das liegt aber allerdings auch schon wieder weit über ein Jahr zurück.

Am 11. August hat es nun endlich mal geklappt. Thomas ist nach Hoffenheim gekommen und wir sind durch den Kraichgau gerollt. Da er den Odenwald um Bensheim sehr gut kennt, wollte er unbedingt mal die Heimat von 3°TRIPUGNA(c) kennenlernen. Damit wir uns während der Tour auch unterhalten konnten und es eine Tour ohne Stress werden sollte, haben wir uns mit den Gravelbikes auf den Weg gemacht. Abseits der Landstraßen, ohne irgendwelche nervenden Autos, ist es einfach deutlich entspannter. Auch im Kraichgau ist es mittlerweile so, dass man von Autofahrern fast immer nur noch genötigt oder manchmal auch gefährdet wird, wenn man als Radfahrer auf einer Landstraße unterwegs ist. Diese egoistischen und respektlosen Wichtigtuer, die glauben, ihnen gehört die Straße allein, nerven einfach kolossal. Ich möchte mit dieser Aussage nicht alle Autofahrer pauschal in diese Ecke drängen, nein ganz sicher nicht. Es gibt durchaus auch sehr rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer auf 4 Rädern, aber diese Spezies stirbt leider zusehends aus. Also weg von der Straße und ab ins Feld auf befestigte Wirtschaftswege, die es hier in der Gegend reichlich gibt. Wenn man sich auskennt wie ich, kann man im Kraichgau rund um Hoffenheim und drüber hinaus durchaus fast 90 - 100 Kilometer in einer zusammenhängenden Schleife über die Felder rollen. Und das mit nur sehr wenigen Kilometern auf einer Landstraße. Für mich als Eingeborener ist es immer ein Highlight, wenn ich auswärtigen Radverrückten mein Heimatrevier zeigen darf.


Wir rollten von Hoffenheim über Horrenberg, Tairnbach, Rotenberg, Rauenberg, Bad Schönborn, Odenheim und Elsenz nach Eppingen. In Eppingen gabs dann einen wohlverdienten Kaffee und ein sehr leckeres Eis. Leider hatte das Café am Marktplatz aus familiären Gründen an diesem Tag geschlossen. Wir mussten also zum nahen Italiener ausweichen. Sehr schade, denn den sensationellen Kuchen, den es im Café am Marktplatz gibt, hab ich schon ein wenig vermisst. Wie auf nachfolgendem Foto zu erkennen ist, ging es einigen anderen Radfahrern auch so. Eppingen ist bei Radfahrern sehr beliebt, um ein Kaffeepäuschen zu machen. Ich würde es sogar als das Petra des Kraichgaus bezeichnen ;-). Hier sind nur spürbar weniger Radsportler anzutreffen als in Petra auf Mallorca.


Mit Koffein im Blut und ausgeglichenem Zuckerhaushalt ging es nach etwa 45 Minuten weiter auf die letzten Kilometer über Weiler, Hammerau und Sinsheim zurück nach Hoffenheim.


Hinter uns lag eine tolle Runde abseits der Straßen mit teilweise sensationeller Aussicht.


82 Kilometer mit etwas mehr als 700 Höhenmetern. Thomas war begeistert :-). Danke mein Lieber für die Begleitung durch meinen Kraichgau. Das sollten wir wiederholen. Bis hoffentlich schon bald.


Kette rechts

Reiner




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